Bikepark Innsbruck – Erfahrungsbericht: Mountainbike Trails im Test (Juli 2019)

Mehrere neue Strecken soll es im Bikepark Innsbruck geben, sagt die Werbung, die den Autor erreicht. Ist ja um die Ecke und ein bisschen reines bergab-Fahren ist gut für die Koordination. Also auf zu einem Besuch des Bikepark Innsbrucks. Die Ergebnisse mögen bei einem Blick auf die Werbung erstaunen. Ergebnisse, Gründe und ob sich ein Besuch im Bikepark Innsbruck nach Meinung des Autors lohnt, findest du in diesem Test (mit Kommentar).

Eine Gruppe (einheimische) Schüler eines Sommerferienprogramms, 5-10 Local Rider aus Innsbruck und Umgebung und weniger als fünf Menschen, die hier im Bikepark Innsbruck ihren Mountainbike-Urlaub verbringen. Es ist Mitte Juli, halb Europa hat Ferien.

Es ist Hauptsaison und die Anzahl an Gästen ist überraschend gering. Während gefühlt jedes zweite Auto mit Fahrrädern auf der Autobahn auf dem Gepäckträger auf dem Weg in den sommerlich-südlichen Jahresurlaub ist, muss man im Bikepark Innsbruck nicht-einheimische Gäste suchen. Das ist in einer rundum an Tourismus orientierten Region, mitten in einem Angebot, das ein Hotspot sein möchte, zur Hauptsaison, ziemlich auffällig.

Die Website www.bikepark-innsbruck.com bewirbt die Trailvielfalt.

Eigentlich sollte das hier nur eine nette Tagesrunde Biken werden. Höhenmeter sammeln, Kondition aufbauen, Fliehkräfte spüren, Unterarmschmerzen aushalten, Geschwindigkeit spüren. Gondelradfahren eben.

Es sind aber nicht nur wenige Gäste hier. Auffallend ist auch das sonst übliche Lachen, die gute, ansteckende Laune. Keine Highfives, keine Freudenjauchzer. Das kennt man aus anderen Bikeparks anders.

Ich bezahle 15 Euro für die Nutzung der Gondel für mein Bike. Eigentlich habe ich ja eine Jahreskarte für die Bergbahnnutzung. Sei es drum. Das ist nicht der Grund für diesesn Testbericht und anschließenden Kommentar. Der Grund versteckt sich zwischen Werbung und Anspruch, zwischen Preisen und tatsächlichen Leistungen. Zwischen Außenbild und Innenansicht.

Der Grund ist, dass sich für eine nachhaltige Sportart in Tirol nichts tut. Trails wurden versprochen, Öffnung für den Mountainbikesport. Aktueller Stand: 2,5 freie Trails, 1,5 davon im Bikepark Innsbruck. Ein großes jährliches Event, das die Massen anziehen soll und strategisch wirken soll. Einige Forststraßen werden mit einen hohen jährlichen Gebühr freigekauft. Frei zu befahrende Trails abseits des Bikeparks: 1 (Arzler Alm).

Neugierig, wie man ist, fragt man einfach die anderen Biker nach ihrer Meinung:

„Dass sich Innsbruck Bikecity nennt ist eigentlich eine Frechheit. Keine zwei Trails und nicht mal nach Innsbruck mit dem Bike fahren von hier darf man. (…) 15 Euro für Freizeitticketbesitzer, das macht man nicht mal eben so als schöne Feierabendrunde“

gibt ein Local Rider zum Besten, nachdem man ihn nach dem Weg gefragt hat.

„Eine Tageskarte um 36 Euro für dieses Angebot, na da fahr ich lieber woanders hin den Rest des Tages“

ein Österreichischer Gast, der um 11 Uhr vormittags den Bikepark verließ.

„Wir haben von unserem Vermieter eine Gondel Tageskarte bekommen und waren dann überrascht, dass wir 15 Euro für die Räder zahlen mussten. Ich bringe meiner Freundin gerade Mountainbiken bei (…) na dann fahren wir den Rest des Tages diesen einen Trail und gehen die restlichen Tage unseres Urlaubs woanders fahren“

ein deutsches Urlauberpärchen, die Dame erlebte ihren zweiten Tag auf dem Mountainbike.

„Wir machen eine zweitägige Hike- and Biketour nach Italien von hier, wir haben nur den Lift schnell genutzt“

sagt ein Freund, den ich zufällig an der Bergstation treffe.

(Gedächtnisprotokoll, an einem Wochentag, Juli 2019)

Die eigene Meinung scheint also nicht gänzlich zu täuschen. Man liest sich folglich die Bewertungen im Internet durch (google): Die Meinungen sind zweigeteilt; es scheint, als sind komplette Bike-Anfänger und solche, die das Crankworks-Event besucht haben, zufrieden. Daneben finden sich viele aktuelle Meinungen, die starke Kritik äußern: Geringes Trailangebot, schlechte Pflege, hohe Preise, Angebot weit von Werbung und offiziellen Angaben entfernt.

Der Autor weiss um einige Personen, die sich für den Bikepark Innsbruck setzen und für ein Angebot kämpfen. Man weiß auch, dass viele wiederum Einheimische sich für den Radsport und Mountainbikesport in keiner ihrer Ausprägungen begeistern können und teils aktiv dagegen arbeiten: Grundbesitzer, Bauern, Jäger, Heimatbewarer. Menschen, die alle lokal- und regionalgesellschaftlich gut vernetzt sind und große Anteile des verfügbaren Kapitals und der Politik im Lande mitbestimmen. Man unterstellt der österreichischen Politischen Landschaft nicht nur aktuell unschöne Dinge nach. “Hände faltn, Goschn haltn” zählt noch zu den netteren.

Es scheint als arrangiere man sich weiterhin mit der relativen Randsportart indem man sie an den Rand drängt bzw. dort belässt.

Bikepark Innsbruck – Trailbewertung

Dieser Teil des Beitrags soll relativ objektiv gehalten sein – sofern das bei einer subjektiven Sichtweise geht. Den Vergleichsrahmen bilden ähnliche Bikepark-Angebote in den Alpen und nördlichen Mittelgebirgen in Deutschland, Schweiz und Frankreich.

Chainless one: Start nicht findbar ohne Ortskenntnis. Misst aufgerundet nur 100 Höhenmeter aktuell und mündet dann auf „The first one“. An sich ist der Trail schön angelegt, etwas die Drainage verbessern und wir notieren eine schöne Murmelbahn für Anfänger. Fortgeschrittene und gute Fahrer nutzen diese Art Trail auch gerne, vermissen hier aber etwas Spaßpotential. Wellen, Doppelwellen, Sprungmöglichkeiten, Vollgaskurven fehlen weitestgehend. Ziemlich gut gepflegter Zustand. Abzüge aufgrund der sehr kurzen Länge, des verschenkten Potentials und der fehlenden Beschilderung.

1600m bis 1510m = 100 Höhenmeter Trail

Note 3-4

The First One: Der erste Trail, den man in Mutters/Bikepark Innsbruck baute. Das merkt man ihm an. Viele unflowige Stellen, viele Teilstrecken nicht gepflegt. Man sieht richtig, dass hier kaum Zeit und Liebe investiert wird. Kaum Sprünge, sehr wenige Anliegerkurven, immer wieder stoppt man ohne Treten fast auch als guter Fahrer. Teils enorm hohe Wurzeln und Löcher, die bei langsamem Fahren zum Aufsetzen führen (nicht gut!). Gerade für Anfänger und Fortgeschrittene ist der Trail eher mühsam zu fahren. Gute Fahrer vermissen Flow, Fahrspaß und Herausforderungspotential auf Dauer. Wenig spaßige Kurven, Wellen, Sprünge oder Spielpotential. Führt von 1600m auf 1340m, das macht lediglich 260 Höhenmeter, die zu überwinden sind. Aufgrund der Kürze, der ausbaufähigen Anlage und des Zustands deutliche Abzüge. Man findet einige ähnliche Trailsin ähnlichen Bikeparks, diese zählen aber nciht zu den guten Trails.

1600m bis 1340m = 260 Höhenmeter Trail

Note 4-5

Flow Trail: Kategorie kinderwagentaugliche Murmelbahn, was als Anfänger und Fortgeschrittenenangebot vollkommen in Ordnung ist. Sehr gut gepflegt. Fortgeschrittene und gute Fahrer vermissen spaßige Features, Wellen und Doppelwellen und Sprungmöglichkeiten, um aus dem kinderwagentauglichen Weg eine dauerhaft flowige Herausforderung zu machen. Viele Anfänger werden hier Spaß haben und sich verbessern können. Der Flow Trail ist absolut in Ordnung für diese Art an Trail. Dennoch fehlt auch hier der Feinschliff, der die Wertung von einem „gut“ nach unten zieht.

1330m bis 970m = 360 Höhenmeter Trail

Note 2-3

The Straight One: War zum Besuchszeitpunkt nicht ausgeschildert und nur in Teilen erkennbar als geöffneter Trail. Scheinbar befindet sich dieser Downhill-Trail in einer Art Öffnungsphase und wird von Bikern eingefahren. Machte einen guten Eindruck für einen kurzen Downhilltrail. Da ein Bagger sowie Teilsperrungen auf der Strecke standen, derzeit (15.7.2019) keine Wertung.

Zirka 280 Höhenmeter

Keine Wertung.

The Simple One: Ist ein reiner „Forstweg“, also eine Fahrstraße bzw. Bewirtschaftungsstraße für Geländefahrzeuge und wird hier für sogenannte „Mountain Carts“ genutzt. Er ist mindestens 2 Meter breit und zählt daher nicht als Singletrail. Äpfel und Birnen sagt der Volksmund gerne dazu. Birnen lassen sich schlecht bei einem Vergleich der schönsten Äpfel integrieren, ebenso wenig kann man Straßen in eine Biketrail-Bewertung anführen. Benotung daher als „Thema verfehlt“.

0 Höhenmeter Trail

Note 5

The Wild One: Ein Trail, der meist im Pistenrandbereich führt. Viele Steilkurven und Sprünge. Für Fortgeschrittene und gute Fahrer ein spaßig angelegter Trail, der sowohl bei der ersten Fahrt als auch nach vielen Fahrten herausfordert, ohne zu überfordern. An sich ein guter Trail, die gesamte Saison 2019 nicht in Betrieb, wird aber noch beworben (Quelle Bikepark Innsbruck Juli 2019), daher: nicht genügend.

Aktuell nicht in Betrieb. Wird in Liste aufgeführt und beworben (unter „Aktuelles“ auf der Bikepark Website findet sich der Geschlossen-Status für die gesamte Saison 2019, daher leichte Verbesserung).

Note 5-6

The Rough One: Der „alte“ Downhilltrail nach Götzens. Durchaus anspruchsvoll und oft feucht über Wurzelteppiche und Schlammlöcher, meist recht steil. Anspruchsvoller Downhilltrail, der bei guten und aspirierten Downhillern recht gut ankam. Mitunter schwierige Drainage im schattigen, steilen Nordhang. Die gesamte Saison 2019 nicht in Betrieb , wird in Liste geführt und beworben (Quelle Bikepark Innsbruck Juli 2019), daher: nicht genügend.

Aktuell aufgeführt und beworben (unter „Aktuelles“ auf der Bikepark Website findet sich der Geschlossen-Status für die gesamte Saison 2019, daher leichte Verbesserung).

Note 5-6

Gesamtbewertung Qualität Trails Bikepark: 4,6

Berechnung der Höhenmeter anhand www.opentopomap.org. Berechnung Gesamtbwertung Bikepark mit Addition und Division bei gleicher Gewichtung der Trails.

Weitere Angebote im Bikepark innsbruck

Bikeshuttle: Seit Mitte 2019 gibt es einen Bikeshuttle ab Innsbruck Zentrum. Der Biker steigt in die Straßenbahn ein, die Bikes werden in der Nähe kostenfrei auf einen LKW geladen und transportiert. Hintergrund ist, dass der Öffentliche Nahverkehr keine Biker transportieren möchte.

Unter der Woche ergibt sich ein surreales Bild: Da steht den ganzen Tag ein LKW neben der Straßenbahn herum, wartet auf Biker für den Transport. Unter der Woche nutzen den Transport oft keine 10 Menschen, die meisten Locals treten in der gleichen Zeit bergauf (fast immer auf illegalen Wegen) mit ihren Endurobikes oder fahren gleich mit dem eigenen PWK. Der LKW fährt daher jede Strecke unter der Woche quasi als Privattransport neben der Straßenbahn, die halbstündlich und meist mit sehr wenigen Passagieren fährt.

MTB-Strecke Innsbruck-Mutters: Aktuell und weiterhin gibt es keine Möglichkeit legal vom Bikepark zurück nach Innsbruck Zentrum zu fahren bzw. umgekehrt. Da in Österreich laut Forstgesetz ein Befahrungsverbot des Waldes gilt, sind alle nicht freigekauften Straßen und Wege abseits des öffentlichen Straßenverkehrs verboten (Strafe: 730 Euro).

Die einzige legale Verbindungsmöglichkeit führt über die Brenner-Bundesstraße. Ja, das ist einer dieser „wtf“-Momente, bei denen man entweder resigniert, oder eben wie alle anderen Betroffenen auch die lokal beliebte „Wurstigkeit“ anwendet. Die Gesetze werden einem „wurst“ – d.h. nach längerer Überlegung verstößt man gegen die bestehenden Regeln und Gesetze und argumentiert mit ihrer grundsätzlichen Zweifelhaftigkeit.

Zur Mountainbike Karte Innsbruck mit allen erlaubten MTB-Strecken in Tirol abseits des allgemeinen Straßenverkehrs im Überblick.

Wegfindung: Unzureichende Beschilderung: Man weiß nicht, wo die beiden Trails ab der Bergstation beginnen. Traileinstieg eines Trails nur durch Suchen und Fragen herauszufinden, der andere beginnt direkt unter der Lifttrasse. Keine Übersichtskarte vorhanden.

Teils fragwürdige Kreuzungen über Skipisten, Forststraßen und Almwege. Der nicht-Ortskenntliche erkennt mitunter nicht, welche Kreuzungen langsam zu fahren sind und welche schnell gefahren werden können.

Mountainbikestrecken in Innsbruck im Überblick. Rote und schwarze Linien sind die freigegeben Mountainbikerouten. Bikeparktrails gelb (nicht aktuell). es fehlen Möglichkeiten zwischen Stadtzentrum und Umland und Bikepark (Quelle: Screenshot Website des Lande Tirol, Tiris Maps Mountainbike).

Anfängerbereich Bergstation Mutters: Kleiner Parcours für Bike-Anfänger mit einer handvoll Hindernissen zum Üben. Wäre in ortsnähe deutlich sinnvoller aufgehoben.

Pumptrack Mutters: Am Parkplatz gelegen und Teil der Eventanlage für das Event „Crankworks“. Netter kleiner bzw. mittelgroßer Pumptrack mit 2 Hauptstrecken. Aufgrund des Events gut gepflegt.

Dual Slalom: Hat der Autor nicht gesehen, scheint sich irgendwo in Talstation-Nähe zu verstecken.

Slopestyle Mutters: Profi-Anlage für Event „Crankworks“. Außerhalb dieses Events Anlage gesperrt (ohnehin nur für sehr wenige Mountainbiker fahrbar).

Bikewash: Nockspitzbahn Talstation

Zusammenfassung Sonstiges: Bonuspunkte für Bikewash, Pumptrack und vorhandensein eines Bikeshuttle. Abzüge für fehlende Beschilderung, Anfängerbereich nur an Bergstation sowie fehlender Radweg und Trail Innsbruck-Mutters.

Preis: 36 Euro Tageskarte, Trailnutzung mit Freizeitticket 15 Euro Tageskarte. Im Vergleich mit anderen Angeboten alpenweit liegen wir preislich in der oberen Preisklasse bei Bikeparks (Verbier ca 33 Euro, Portes du Soleil 27,50 Euro, Saalbach 44 Euro, Winterberg 33,50 Euro, Lenzerheide ca. 40 Euro, Lac Blanc 26 Euro)

Preis/Leistung: Vergleichsweise hoher Preis, vergleichsweise sehr geringe und teils vergleichsweise schlechte Leistung.

Ist der Bikepark Innsbruck empfehlenswert? (Kommentar)

Der Bikepark Innsbruck glänzt mit professionellem Auftritt und einer Strahlkraft mit einem Top-Event auf Weltebene. Man könnte meinen, hier muss jeder Downhill-affine Biker seinen Urlaub verbringen und sei ein Ort an dem sich die Locals tagtäglich an die Weltspitze heraneifern und ihre Feierabendrunden genießen. Dem ist nicht so.

Die Mountainbiker-unfreundliche Gesamtsituation (teil- und Vollspüerrungen für Biker im Öffentlichen Nahverkehr, z.B. im Bus J/Hungerburgbahn), die Innsbruck weltweit in die Schalgzeilen brachte, zeigt sich auch im Bikepark-Ghetto.

720 Höhenmeter Trails bietet der Bikepark Innsbruck aktuell. Die Qualität der Trails (man tut sich fast schon schwer in der Mehrzahl zu sprechen) ist nicht besser als die Quantität es befürchten lässt. So richtig viel Spaßpotential gibt es nämlich nicht. Der Zustand der Trails ist mindestens optimierungsbedürftig und die Auswahl auf 720 Höhenmetern ist ähnlich beschränkt, wie so mancher Horizont.

Es darf vermerkt werden: Ein halber, schlecht gepflegter Trail (360hm) und ein guter, aber verbesserungsfähig angelegter Trail mit 360 Höhenmeter – 260+100hm rechnen wir großzügig als einen Trail (mache dir selbst ein Bild im Video) – zu einem Tageskartenpreis von 36 Euro (Stand Juli 2019).

Die Besitzer des in Innsbruck bei Einheimischen beliebten „Freizeitticket“ müssen pro Fahrt 5 Euro oder 15 Euro für eine Tageskarte bezahlt werden: Ein Preisanstieg von 300% binnen 3 Jahren.

Vergleichender Kommentar: Bikecity oder lieber ein kleiner Lift im Nirgendwo?

Als Nutzer vergleicht man natürlich Angebote. Gerade laufen größere Events, wie z.B.: die Megavalanche in Alp d’Huez. Hier sind 2600 Höhenmeter am Stück zu bewältigen. Der Sieger schafft das unter 40 Minuten. Der Bikepark Innsbruck bietet dagegen derzeit nicht mal ein Drittel der Trailhöhenmeter dieser einen Strecke an – ganz zu schweigen von den 36 ausgewiesenen Strecken. In den Portes du Soleil gibt es alleine 19 Aufstiegsanlagen für Biker zu 28 Euro mit über 50 Trails, nicht weniger Shared Trails und nicht weniger Mountainbiketouren.

Andere Bikeparks haben das 10-fache an Trailangebot, zu zwei Dritteln des Preises. Vielleicht vergleichen wir besser mit anderen Angeboten. Bikecity Innsbruck oder ein Kaff namens Beerfelden? Vergleicht selbst anhand der vielen Videos, die es heutzutage online gibt.

Beerfelden bietet ähnlich viele Höhenemeter an befahrbaren Trails an. Diese sind in besserem Zustand und bereiten offenbar Freude, heute wie vor über einem Jahrzehnt. Vielleicht ist Beerfelden die Messlatte für die Bikecity und nicht Saalbach, Portes du Soleil oder andere alpine Großgebiete. Hinzu kommt: Wer mal Lust auf eine Mountainbike-Tour hat, ist in allen anderen Ländern strukturell besser bedient, als mit dem österreichischen Forstgesetz.

Aktuell fällt der Bikepark Innsbruck anhand des Vergleichs mit anderen internationalen Angeboten weit zurück und ist alles andere als eine Urlaubsempfehlung für Mountainbiker. Lieber das Fahrrad auf dem Autoträger lassen und über den Brenner gleich nach Italien, raten viele Innsbrucker Mountainbikeenthusiasten ihren Freunden.

Müsste man eine Benotung für das Gesamtpaket Bikepark geben, würde es dem Benotenden wohl schwer fallen ein „ausreichend“ zu vergeben. Man erkennt, dass es Anstrengungen gibt, teils auch gelungene, die aber nicht immer das Ziel treffen. Dagegen stehen unzureichende Angaben und viele einzelne Minuspunkte. Es gibt gute Ansätze, aber insgesamt es ist das Ergebnis eher nicht ausreichend gut genug. Wäre der Bikepark ein Schüler, würde man ihm wohl dazu raten die Klasse zu wiederholen – “vielleicht klappts ja nächstes Jahr”.

Wir blicken kurz zurück, ins Jahr 2014. Seit diesem vielbeachteten Artikel (verfasst 2014) scheint die Entwicklung fraglich. Einen Trail gab es damals schon, die Ankündigungen waren mittelprächtig (Bikepark Lizum-Götzens-Mutters), die Umsetzung bis dato eher auf das eine jährliche Großevent beschränkt.

Das befürchtete Biker-Ghetto scheint sich abzuzeichnen. Dabei verkennen auch die potentiell Begünstigten allerdings wohl die Lage. Das Massenphänomen Skisport fiel vielen Grundbesitzern noch fast tatenlos in die Hände. Mountainbiken ist demokratischer, internationaler. Da muss man dann tatsächlich mal was tun.

Eigentlich wollte man nur biken. Nun hat man 5 Stunden eigene Arbeit (unbezahlt) für diesen unabhängigen Artikel investiert statt Hände faltn und Goschn haltn.

Vielleicht bringt dieses externes Feedback die Räder ins Rollen und die Mundwinkel der Besucher gehen in der Folge durch passende Änderungen allgemein wieder vermehrt nach oben. Mountainbiker wollen Spaß in der Natur, gemeinsam Lachen. Mountainbiker wollen nicht wegen mangelndem Spaß sich am nächsten Tag ein neues touristisches Ziel suchen müssen, weil die Differenz zwischen Werbung und Realität Unfreude bewirken.

Bleibt zu hoffen, dass sich die sehr kleine engagierte regionale Gruppe für den Bikepark und die allgemeine Gesetzeslage gegen die strukturell überlegenen politischen Windmühlen behaupten kann und diese wunderbare nachhaltige Freizeitbeschäftigung schließlich in mittelferner Zukunft auch in Innsbruck mit Freude und legal ausgeübt werden kann.

Die hier vertretene Meinung ist die persönliche des Autors, beinhaltet die Meinungen der Interviewten vor Ort sowie offen einsehbare Internetbewertungen (google).

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