HYBRIS – Zensur beim Foto- und Filmwettbewerb in Kitzbühel

HYBRIS – a slightly different ski movie. Sowas aber auch! Da ruft eine Tourismusdestination einen Foto- und FIlmwettbewerb aus, macht so grundsätzlich fast alles falsch, was man falsch machen kann, und zu guter letzt wird der Gewinnerfilm auch noch zensiert und aus dem Wettkampf gelöscht. Diese Studenten-KETZER! Verbieten sollte man das.

Greewashing für einen deutschen Autohersteller, nachträgliche Zensur eines Filmbeitrags nach Druck von Unbeteiligten, den viertplatzierten nachträglich zum Gewinner küren. Und zu guter letzt sich noch umfassende Nutzungsrechte an den Beiträgen sichern, ohne die Gewinner (und Nicht-Gewinner) anständig dafür zu entlohnen.

Bravo Team Kitzbühel, bravo zum perfekt gelungenen “LineoftheYear”-Event, bravo an das Team des Vereins M-Line rund um Profi-Freerider Matthias Mayr. Bravo für diese doch etwas seltsame Gesamtkonstellation. Wir haben herzlich gelacht.

Ja, junge Filmstudenten neigen dazu sich auszuprobieren. Das sollen sie auch und ist Teil ihrer und Teil der gesellschaftlichen Entwicklung. Es ist bezeichnend, dass der sarkastisch-kritische Streifen “Hybris” bei den Veranstaltern aus verschiedenen Ecken der Regionalwichtigkeiten enormen Gegenwind bekam. So viel, dass man sich mal wieder lieber zusammenkuschelt und die bösen Filmstudenten vom Wettberwerb ausschließt. Ketzer, die das geliebte und geheiligte Heimatland beschmutzen, sind das. Ganz, ganz böse Gestalten. Ob bei den Entscheidungsträgern hier mal wieder der berühmte und gleichermaßen beschränkte Horizont eingeschlagen hat? Man wird es wohl nie erfahren.

Juryvorsitzender, der niederländische Regisseur Allard Faas, fasst in der Endbewertung den Film wie folgt zusammen: “Lasst uns weise sein und den Film zum Anlass für eine Debatte über das Thema nehmen.” Tja, da kennt wohl einer die Tiroler Gepflogenheiten nicht so wirklich. So läuft das in Kitzbühl offensichtlich nicht. Es wird lieber zensiert und der erste Preis an den zuvor an vierter Stelle gewählten Beitrag vergeben. Wenn schon nicht der Ausschluss, dann sorgt zumindest diese Entscheidung beim Unbeteiligten durchaus für eine insgesamt eher kritische Befindlichkeit.

Powder+ wünscht den Filmstudenten von HOT Productions weiterhin viel Erfolg und Spaß an ihrer Arbeit. Wir freuen uns auf weitere Arbeiten von euch. Vermutlich wird das in Zukunft allerdings wenig mit Einrichtungen rund um Kitzbühel und den Forst- und Jagdverband zu tun haben.

Die Macher über ihren Film Hybris

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1.Preis – Kitzbühel Film Competition – Respektiere die Natur

Wie leben wir in Kitzbühel eigentlich?

Mit, von, in oder gegen die Natur?
Die Antwort ist, dass es natürlich keine Antwort darauf gibt.

Es ist vermessen die Handlungen eines Anderen in der Natur zu bewerten, darüber zu urteilen oder zu richten.
In einem Zustand eines allseitigen Übergewichts angekommen ist unser Kurzfilm angesiedelt.

„Die Hybris, die uns versuchen läßt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere gute Erde in eine Hölle zu verwandeln.“ Karl Popper

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Lesenswerter Artikel zur Gesamtkonstruktion im Standard.at.

 

Informationen zum Fotowettbewerb

Wer sich die Mühe macht, durch den Fotobewerb zu clicken, wird eventuell folgendes feststellen: Das Thema lautet “Freeriden und Jungwald”. Als Auflage für die Fotografen ist vorgegeben, dass eines von drei Bildern ein Mercedes-PKW als Haupt-Bildelement haben muss. Ihr wisst schon, diese Fahrzeuge, die so gänzlich nah am Thema Jungwald sind, dass man ihre bis zu knapp 400 Gramm CO2 je Fahrtkilometer fast nicht bemerkt.

Als Hauptpreis für das beste Bild gab es auch ein ungemein naturverträgliches Outdoorabenteuer zu gewinnen: Ein Wochenende SUV-Rumballern in skandinavischen Wäldern. Natürlich mit fast umweltneutralem Flug für die elitäre Gesellschaft. Man möchte zu diesem großartigem Gesamtbild laut applaudieren. Was ganz was tolles hat das LineoftheYear Team (= M-Line Verein) rund um Profifreerider Matthias Mayr hier zusammengestellt. Eine rundum gelungene Veranstaltung. Powder+ freut sich auf weitere sarkastische Berichterstattung in kommenden Jahren.

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