Die Ispo 2016 ist… naja, sie läuft noch. Drei bis vier Stunden und man ist damit auch durch. Hier daher ein unvollständiger Artikel mit allen Highlights und solchen die es gerne wären oder eben auch nicht. Investigativ recherchiert und mit Bier gefügig gemacht.

Das Messekonzept: Menschen strömen aus aller Herren Ländern – also hauptsächlich aus dem Alpenraum und aus China – nach München. Erstaunlich, dass diese Taktik immer noch funktioniert. Dabei funktioniert einiges nicht mehr so richtig im Messekonzept. Zwei der größten Aussteller – Burton und Quicksilver – und viele weitere (insbesondere aus dem Snowboardbereich) sparen sich die immensen Ausgaben für das auf ein Meet and Greet herabgestufte Messeevent. Goodies und freizügige Animationsmädels (und -jungs) sind vom Aussterben bedroht. Eine alarmierende Entwicklung, wie wir finden! Was machen denn die ganzen Männer ohne das weibliche Lockpersonal?

Die Neuheiten sind vorab allesamt ohnehin veröffentlicht oder geleakt – wieso auch nicht, die einzelnen Händlerevents bieten ja reichlichst Gelegenheit dazu. Bleibt eigentlich nur der Grund andere Menschen zu treffen und mit ihnen Freibier zu trinken. Möglichst viele in kurzer Zeit – Menschen und Bier.

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Leere Flächen und viel China

Ein handelsüblicher Ispotreff

1+2: Hey, wie gehts?!

Hand-Bro-shake

1: „Ewig nicht gesehen, und wie ist der Schnee?“

2: „Ja geht so. Hier mein Pitch.“

1: (Meine Fresse ist das langweilig. Hansguckindieluft.)

2: „Voll geil, dass wir uns mal wieder getroffen haben.“

1: „Ja, müssen unbedingt mal wieder was machen.“

2: „Ciao, man sieht sich beim saufen, (anders kann ich dich eh nicht ertragen)“

Technik

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Den Terminator haben wir vergeblich an diesem Stand gesucht.

Einige neue Drohnen, sowie einige andersartige Kamerasysteme und Add-ons finden sich in de Messehallen. Eine Panoramakugel mit einem stattlichen Preis von 1500 Euro liefert erstaunlich unscharfe Bilder, alternativ gleich die GoPro Filmversion, ähnlich unscharf, als Nebeneffekt wird einem beim Anschauen der Videos in der Facebook App schlecht. Schöne neue Technikwelt, der Powder+ Nerd freut sich trotzdem tierisch.

Dainese D-air
Dainese D-air

Die wohl markanteste Vorstellung und meiner Meinung nach echte Innovation kommt aus dem Rennsportbereich. Genau genommen aus dem Motorradsport: Die Dainese „D-air“ Airbagweste hatte schon vor laufenden Kameras im Worldcup ihr Stelldichein. Durch viele Tests und extrahierte Algorithmen erkennt der eingebaute Chip, dass ein Crash bevorsteht und bläst die Jacke irre schnell auf und soll damit den Aufprall abfedern. Laut Unternehmenssprecher arbeitet man weiter an den Algorithmen und mehr Produkte sind in der Schublade. Man schätzt, dass die Weste auf der Ispo 2017 vorgestellt wird und damit 17/18 käuflich zu erwerben sein wird. Keine Angaben zum Preis. Richtig spannend finden wir diese Entwicklung, denn endlich hält auch Big Data Einzug in das oftmals archaische Skibusiness.

Skibindungen

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Ist die Fritschi Vipec Black 15/16 nun endlich fehlerfrei?

Fritschi Vipec Black 15/16 soll nun endlich ausgereift sein. Nach einigen Jahren immer wieder kleinerer und größerer Probleme, hofft man nun, dass alles läuft wie es soll. Mehr Infos im Artikel von Wildsnow. Ziemlich schade, dass dieses Produkt und damit die eigentlich einzige echte Weiterentwicklung des Tech-Konzepts immer noch mit Problemchen zu kämpfen hat. Dynafit kombiniert Altes zu einem neuen Modell #innovation und geht steil auf Carbonio und ziemlich viele finden es ziemlich geil.

Ski

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K2 Marksman mit unterschiedlichem Seitenzug

Nichts wesentlich Neues. Fast alles wird erneut ein paar Prozentpunkte leichter. Einige neue Linien, einige Ski weniger, hier und da etwas Veränderung. K2 zeigt den Marksman und wagt auch mal das Spiel mit deinem unterschiedlichen Seitenzug für das Paar Ski. War schon lange nicht mehr (und wird wohl auch bald wieder ad acta liegen). Erstaunlich wenig, was sich hier tut.

LVS-Notfallausrüstung

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Pieps Micro

Arva hat überarbeitete Geräte im Angebot, liegen gut in der Hand, erfinden das Rad aber nicht neu. Pieps reduziert im Micro auf eine statt drei Batterien und erreicht damit hauptsächlich insgesamt kleinere Außenmaße des Geräts.

Auch 16/17 gibt es wieder mehr Auswahl bei den Lawinenairbags. Aufgefallen ist hier das neue Arc’teryx System (mit 1500 Euro unglaublich teuer) und die verbesserten Rucksäcke von Ortovox, die, wie auch die der Konkurrenz, vor allem leichter wurden. Ähnlich leichte Rucksäcke mit verbesserten Details und mehr Auswahl finden sich bei Mammut – neu mit andersfarbigen Ballons und vielleicht auch mal Bauchschnallen, die nicht bei geringen Bewegungen lose werden. Genauere Details sollen hier die großen Institutionen liefern, nicht dass man verklagt wird.

Skischuhe

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Neue Freeride-Skischuhkollektion von Lange

Weiterhin gilt der Trend zu mehr Auswahl und Diversifikation in Freeride-Skischuhbereich. Lange stellt eine neue Kollektion mit sehr leuchtenden Farben, Gehmechanismus und Tech-Inserts vor. Dalbello verfeinert den Lupo und spendiert ihm einen Karbonschaft und neuen, ziemlich weitreichenden Gehmechanismus. Müsste man mal im kalten Schnee, statt der warmstickigen Messehalle testen, um sinnvolle Aussagen treffen zu können.

Arcteryx präsentiert eine neue interessante Kollektion Procline für Bergauf-Renner. Ziemlich interessante Details an den Schuhen. Leider kollabieren sie, wenn man sein Körpergewicht nach vorne verlagert. Für Freerider oder für diejenigen, die nicht in Wanderschuhen Skifahren wollen daher leider eher ungeeignet. Black Diamond beendet sein Skischuh-Experiment und stampft die Kollektion komplett ein. Schauen wir mal ob Arcteryx mit mal eben schnell doppelt- bis dreifach so hohen Preisen es schafft die Kunden vielleicht noch glücklicher damit.

Sonstiges

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Genau DAS muss man 16/17 am Viktualienmarkt auf dem Weg zum Pop Up Yoga Trallera präsentieren.

Naja, Bier. Früher war mehr Lametta und mittlerweile ist knapp die Hälfte der Ispo asiatisch dominiert. Ein großer Trend scheint Fitness zu sein. Nicht dass es direkt etwas mit Wintersport zu tun hätte, aber irgendwie muss man ja die Messehallen voll bekommen. Weit vorne sind auch Anti-Stink-Schuhmaterialen, Düfte und sonstige Bananen. Es empfiehlt sich nicht vor dem vierten Gratis-Bier diese Stände aufzusuchen. Danach kann es allerdings sehr belustigend sein.

Bekleidung

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Nicht wesentlich Neues. Hier und da weiterhin bunt, andernorts geht man in leicht gedeckte Richtungen. Die größte entdeckte “Neuerung” war wohl, dass es nun waschbare Wolle gibt! Nicht zu vergessen technische Socken und irgendwelchen Kram. Ehrlich gesagt fanden wir die Besucher an den Ständen so unsympathisch, dass wir garnicht näher geschaut haben. Wer vergeudet denn seine Lebenszeit, um an so etwas zu arbeiten? Ernsthaft!

Edit: In der ersten Version des Artikels haben wir Arcteryx und Black Diamond unter eine Hedgefond-Decke gesteckt. Das ist natürlich falsch. Sie werden beide von unterschiedlichen Konglomeraten gehedged. 10% deines hart verdienten Geldes in die sicheren Hände der Hedger, in ihrem Namen sagen wir danke.

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