Powder Report 2018/2019 #1: No-Snow-vember 2018

Frau Holle, was haben wir dir getan? Flüchtest du schon wieder in südliche Gefilde? Scheint so. Ein Überblick über die aktuelle Schneelage Ostalpen November 2018 für Freerider, Skitourengeher und Spaltenstürzer und alle, die bei wenig Schnee lieber etwas anderes machen.

Neuschneesüchtige haben es heutzutage nicht einfach. Das Klima wird wärmer, Schneefälle zickiger und prinzipiell gehen so viele Menschen wie noch nie generell und abseits der Pisten skifahren, skitouren oder freeriden.

Gut, ändern können wir das nicht, aber die aktuelle Lage betrachten und daraus vielleicht sinnvolle Schlüsse für den kommenden Winter ziehen. Die gute Nachricht zuerst: Wandern und Mountainbiken ist im Herbst 2018 wieder all-time epic. Kein Regen, kein Schnee, T-Shirt am Gipfel, herrlich!

Schneelage Ostalpen November 2018 – Tirol

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Das nächste Werbeplakat für die Piefke Saga, Teil 23, die Roboter sind auch schon alle da (kommen allerdings aus China, nicht Japan). HInten grüßt der Olperer und fast erkennt man die Bergstation des Hintertuxer Gletschers – 10.11.2018.
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Die Wetterscheide ist wie so oft am Brenner Grenzkamm. Die Tribulaune sind hübsch verzuckert. Schnee zeit sich ab rund 2100m, eine durchgängige Schneedecke ab rund 2300m. Interessant ist in diesem Bild die kleinräumig unterschiedliche Schneegrenze.
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Innsbruck und das obere Inntal. Die sichtbaren Gipfel sind bis ca. 2600m hoch – 11.11.2018.

In der Periode von Ende Oktober bis Anfang November hat es von Süden her mitunter kräftig geschneit (wer sich hierfür im Detail interessiert, studiert bitte eigenständig die einschlägigen Webcams und Schneekarten). Und auch heute, am 1. November scheint sich dieser Status nicht in absehbarer Zukunft zu ändern.

Außerdem sind die Temperaturen mal wieder jenseits von gut und böse und kratzen – wie schon seit April 2018 – an vielen Stellen regionale und monatliche Hitzerekorde. Na wie wär’s, doch noch nen neuen bundesdeutschen Diesel kaufen? Jetzt wo sie grad so billig sind? Oder nicht doch noch schnell einen Heli Trip nach kamtschatka buchen, bevor wir Frau Holle gänzlich verstört haben?

Ok, mit Zynismus kommen wir auch nicht wirklich weiter, auch wenns lustig ist. Skifahren können wir derzeit in den Nordalpen und am Hauptkamm der Ostalpen nur und ausschließlich auf Skipisten empfehlen. Die Gletscherskigebiete bieten dazu vom Kitzsteinhorn bis zu den Tiroler Gletschern ziemlich gute Schnee- und Pistenbedingungen.

Ab rund 2200m liegt auf der nördliche Seite des Hauptkamms verbreitet Schnee. In den letzten Tagen zeigt sich die Einwirkung der Sonne in den sonnseitigen Lagen, hier schmilzt einiges und damit steigt die Schneegrenze langsam wieder an. In den schattseitigen Lagen bleibt der Schnee aufgrund des tiefen Sonnenstands und der eher trockenen Luft ziemlich stabil liegen

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Des Powdernerds Feind, des Fotografen Freund – Föhnwolken über dem Karwendel – 4.11.2018.
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Auch der Gilfert (links) und damit im Skigebiet Hochfügen/Zillertal liegt in der obersten Etage Schnee. Man beachte die Schneeschmelze und die unterschiedlichen und divergierenden Schneegrenzen je nach Exposition – 11.11.2018.

Bilder Kitzsteinhorn/Kaprun

Ab rund 2500m liegt schon ein bisschen weißes Gold. Abseits der Gletcher geht noch nichts, auf den Gletscher abseits der Pisten wäre jetzt eine super Gelegenheit in frisch eingeschneite und nicht sichtbare Spalten zu stürzen. Wer will, jetzt wäre einer der besten Zeitpunkte sich das Eis man von unten anzuschauen 😉 – 9.11.2018.
Roter Ski, rotes Outfit! Tom von der Skischule Kaprun kontrastiert perfekt mit der dahinterliegenden Herbstlandschaft. Wenn man’s nicht wüsste, ja, das ist in Österreich! Hach, wenn doch nur alle unsere Foto-Faketurn-Opfer so ideal gekleidet wären! – 9.11.2018.
Blick auf Station Langwied (Kitzsteinhorn), Kaprun und Zell am See. Schneelage? Welche Schneelage? – 9.11.2018.

Weitere Bilder von den Stubaier Alpen bzw aus Sölden mit Schenedeckenanalyse finden sich bei Lokalmatador Lukas Ruetz.

Ausblick aktuelle Lage und Lawinensituation Winter 2018/2019

Alte Freeride-Hasen wissen, dass die Frühsaison in den Alpen oft einen großen Einfluss auf die Schneedeckenstabilität über die Saison hat. Aktuell scheint sich wie nicht unselten das Gefahrenmuster 1 (GM 1) des Tiroler Lawinenwarndienstes in den nördlichen Ostalpen anzudeuten. Natürlich ist diese Vorhersage keine, sondern eher ein rehen der Kristallkugel. Dennoch sollte man dieses Wissen mal abspeichern, könnte im Saisonverlauf sich als sinnvoll erweisen und diese potentiell versteckte Gefahr (wird oft als “Wolf im Schalfspelz” auch bezeichnet) mit in das eigene Risikomanagement einfließen zu lassen. Die Lawinenwarndienste werden dann ohnehin zu passender Gegebenheit darauf hinweisen.

Derzeit schneefrei sind quasi die kompletten Nordalpen. Einige wenige nicht durchgängige Schneefelder finden sich nur in den obersten Lagen deutlich über 2500m und nur nordseitig.

Empfehlungen aus der Gerüchteküche

Ausserdem empfehlen wir an einem sonnigen Tag VOR dem nächsten Schneefall die Webcams anzuschauen, die an deinen Ziel-Destinationen eine Übersicht bieten.

Aus der Produkteküche munkelt es übrigens, dass Dynafit ein neues “Ding” veröffentlicht, jedenfalls findet man unter Begriff Low Tech Booster ein Fußspitzenhalterung, die Frankenstein geküsst hat. Scheinbar soll man dieses Stück hinter einen vorderen Teil einer Alpinbindung montieren. Alpinschuhe mit Tech Inserts (vorne) könnten dann als AUfstiegsmöglichkeit fungieren. EIn Hebel scheint die Tech-Pins weit genug auseinander zu drücken. Wie und ob man dann die normale Alpinbindung als Aufstiegshilfe missbrauchen soll/darf, und ob eine Möglichkeit zur Arretierung der Skibremse gegeben wird, wird hier nicht klar. Vielleicht ist dies auch nur eine erneute Verwirrungstaktik der Innovationsküche und man hat die Spaß-Seite zum 1. April verfrüht/verspätet online gestellt – mit dem Internet hat mans ja nicht so gemeinhin.

Das wars vorerst aus der Herbstküche. Wir wünschen wir euch einen schönen Wander- und Bikeherbst. Ziemlich windig, aber sonst ideale Sommersportbedingungen – endlich schwitzt man nicht mehr so viel und Sommergewitter gibts im Herbst bekanntlich auch nicht!

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