Wintercamping findet per Definition draußen und in der Kälte statt. Freerider sind oft mehrere Stunden sportlich am Berg aktiv. Gute und ausreichende Kalorienzufuhr ist für den Spaß und die Stimmung am Berg essentiell. In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen Verpflegungsarten beim Wintercamping vor, vergleichen diese und geben Tipps für den praktischen Einsatz in Schneehöhle, Zelt oder unter freiem Himmel.

Viele Wege führen ans Nahrungsziel. Kalorienzufuhr beim Wintercamping ist essentiell. Da wir nicht mehr in der Steinzeit leben, darf es aber auch gerne mal etwas mehr als nur reine Kalorienzufuhr sein. Schmecken darf es schließlich Indoor wie Outdoor. Eine Gault Millau Küche bei -20° in einem 3500m hoch gelegenen Winterraum wird extrem schwierig zu zaubern sein, aber ein bisschen Geschmack hat noch keinem geschadet.

Wir untersuchen die gängigen Methoden der Verpflegung beim Wintercamping für Freerider. Die Bedürfnisse für Freerider sind meist folgende: Der Proviantplatz ist nicht unbegrenzt im Rucksack, aber wir machen auch keine 100-Tage-Antarktis-Durchquerungen und müssen auch nicht in der Not unsere Schlittenhunde roh essen. Ein bis mehrere Tage (2 Wochen), oftmals kein Kontakt zur Zivilisation, Kälte, ausreichend Schnee und viel sportliche Bewegung im Tagesgang.

wintercamping, outdoornahrung, freeride, zelten, camping, essen, campingnahrung
Ein großer, schwerer Rucksack behindert den Bewegungsspielraum beim Freeriden – Platz und Gewicht müssen bei der Verpflegungsplanung bedacht werden.

Wie so oft müssen auch bei der Verpflegung Kompromisse eingegangen werden. Komfort, Praktikabilität und Aufwand bei der Zubereitung. Kosten, Planbarkeit und Platzverbrauch im Rucksack stehen sich jeweils wechselseitig gegenüber.

[quote_box_center]Tipp: Langsam herantasten und für größere Projekte probepacken und probeessen. So weiß man was einem schmeckt, wieviel Platz man braucht und wieviel Aufwand die Zubereitung ist.[/quote_box_center]

 

wintercamping, outdoornahrung, freeride, zelten, camping, essen, campingnahrung
Schatzi, Kaffee ist gleich fertig!

Trinken

Ein Problem, das beim Camping und auf Expeditionen weltweit häufig auftritt, hat man beim Wintercamping sehr selten: Der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Im Winter kann man immer Schnee zu Wasser schmelzen. Und falls nicht, da ist man vermutlich nicht beim Freeriden oder Skitouren. Wer sich unsicher ist, nimmt eine Ladung Wasseraufbereitungstabletten mit (Micropur Forte von Katadyn hat sich bewährt). Trinken ist das geringste Problem beim Wintercamping. Zum Trinkgenuss haben sich Teebeutel bewährt. Feinschmecker wählen gerne auch Kaffee aller Art oder führen etwas Saft zum mischen mit. Auch eine Flasche Wein oder Schnaps in ein praktisches Gefäß umgefüllt haben schon Wunder bewirkt. Immer daran denken: Nachts ist es prinzipiell kalt und ein warmes Getränk schafft warme Hände und steigert das Wohlemfpinden ohne wirklichen Aufwand merklich.

wintercamping, outdoornahrung, freeride, zelten, camping, essen, campingnahrung
Foto: derbrecher.com

Essen

Prinzipiell kann man unterschieden, zwischen selbst zubereiteten Nahrungsmitteln, (Halb-) Fertigprodukten und spezieller Outdoornahrung.

Eigenkreationen/Lokale Gerichte

wintercamping, outdoornahrung, freeride, zelten, camping, essen, campingnahrung
Die magische Wirkung von Schokokeksen sollte man nicht unterschätzen.

Bei den selbst zubereiteten Nahrungsmittel ist Kreativität und Kochwissen gefragt. Eine Käse-Brotstulle wird noch jeder hinbekommen, schmeckt auch ganz gut, ist preiswert und hat ordentlich Kalorien bei kleiner Transportmenge. Eine Sicherheitstafel-Schokolade kann als Nachtisch oder aufmunternder Snack für zwischendurch dienen. Weitere Kreationen bedürfen dann schon etwas mehr an Planung und Fachwissen. Es ist zu beachten, dass alles was man braucht, mitschleppen muss, und alles was man nicht verbraucht auch wieder zurück ins Tal schleppen muss.

Jegliche Arten der klassischen Grundnahrungsmittel eignen sich mehr oder minder: Brot mit Beilage, Nudeln mit Saucen, Reis, haltbares Fleisch (Tofu für die Veganer), Cuscous, Gemüse, Obst…. Man sollte jeweils an den Aufwand denken: Sowohl an benötigten Geschirr, als auch an Kochdauer (Gas/Benzin/Brennstoff muss mitgeführt werden). Ist man eher der Genußmensch und am Herd fehl am Platz, greift man besser zu Fertigprodukten. Zu bedenken sind hier insbesondere die Abfallprodukte und die teilweise langen Gar- bzw. Kochzeiten, die auf den Brennstoffbedarf umgerechnet werden müssen.

Beliebt und sinnvoll sind auch jegliche Variationen von Nüssen, Trockenobst, Müsli, und Energieriegeln. Wem die Fertigprodukte aus dem Discounter oder Spezialanbieter nicht schmecken, oder zu teuer sind, Selbstgebackene Pow(d)erriegel schmecken richtig gut, sind günstig und geben Kraft bis ans Ende der Welt.

Halb- und Fertigprodukte

wintercamping, outdoornahrung, freeride, zelten, camping, essen, campingnahrung
Schmeckt nicht, trotzdem gern genommen: Tütensuppen. und -nudeln vom Discounter.

Halb- und Fertigprodukte sind in unserer aktuellen Konsumgesellschaft immer weiter auf dem Vormarsch. Einiges lässt sich dabei nützlich in eine Outdoorküche integrieren – solange es einem schmeckt bzw. man es runterwürgen kann. Fertignudeln, -suppen, Sandwiches und vieles mehr sind bei jedem Discounter für vergleichsweise günstig Geld zu erwerben. Geschmacklich ist selten eine Offenbarung dabei. Gerade die begehrten Tütennudeln stellen eher den unteren Rand der Geschmacksvariation dar, sind aber günstig, praktisch, warm und liefern Kalorien und werden daher gerne verwendet.

Spezielle Outdoornahrung

wintercamping, outdoornahrung, freeride, zelten, camping, essen, campingnahrung
Nach Anleitung die entsprechende Wassermenge einfüllen, fertig (für warme Gericht natürlich vorher das Wasser zum Kochen bringen).

Auf großen Expeditionen geht es meist nicht ohne spezielle Fertigprodukte. Diese Camping- bzw. Outdoornahrung sieht von außen ähnlich den unbeliebten Fertignudeln aus, ist aber wesentlich besser im Geschmack und einfacher in der Zubereitung. Es muss oft nur heißes Wasser in die Spezialtüte eingefüllt werden, 5 Minuten warten, fertig. Muss es immer die teure Spezial-Outdoornahrung sein? Nein. Denn sie ist mit etwa 4.- bis 12.- Euro je Mahlzeit relativ teuer. Aber eben ungemein praktisch. Wer mehrere Tage mit fragwürdigem oder keinem Kontakt zur Außenwelt unterwegs oder knapp an Platz ist, kommt nicht daran vorbei.

Wir haben einige Produkte vom Shop www.foodforadventure.de getestet. Die Anleitungen sind jeweils auf der Verpackung und die Zubereitung ist idiotensicher (wirklich, wir können das besonders gut testen! Heißer Redaktions-Tipp: Löffel nicht vergessen ;)). Der Geschmack war deutlich besser als die Discounterware, zudem praktischer und manches schmeckt sogar ziemlich gut. Zum Abmessen der Wasssermenge reicht eine Nalgene-Flasche oder ein Becher mit Messstrichen. Ansonsten braucht man nur einen Löffel und eine Möglichkeit Wasser zum Kochen zu bringen.

Getestet und für geschmacklich gut befunden haben wir: Penne Bolognese, Milchreis mit Erdbeeren, Mousse au Chocolat. Das spanische Rührei braucht leider eine Pfanne zur Zubereitung, die Spaghetti Carbonara waren essbar, geschmacklich zeigten sie leider eher Richtung Discounter-Fertignudeln.

Powder+ Tipp für Kulinarische Freeride-Camping-Kurztripps

Käsefondue am letzten Abend!

Zutaten: Gehobelten Käse (ca 200g/Person), Wein, kleingehackter Knoblauch, Gewürze, Brot (kann gerne 2-3 Tage alt sein), Schnaps, Brennstoff und Kocher, dazu Gabeln und einen Topf. Reinigung der Schüssel erfolgt besser zuhause.

 

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile der Verpflegungsarten beim Wintercamping

Lokale Gerichte

Vorteile: Günstig, frisch, gesund, Kauf erst am Startpunkt möglich (Gewürze nicht vergessen) – schlechte Planbarkeit

Nachteile: Hoher Zubereitungsaufwand, Koch- und Planerfahrung nötig, Improvisationskunst ratsam, teils schwer und großer Platzbedarf

 

Halb- und Fertignahrung

Vorteile: Günstig, geringer Aufwand

Nachteile: Geschmack oft unterirdisch, selten gesund, Zubereitung nicht immer trivial

 

Spezielle Outdoornahrung

Vorteile: Platzsparend, geschmacklich ok, gute Planbarkeit, geringster Zubereitungsaufwand, idiotensicher

Nachteile: teuer (bis zu 12.- Euro/Gericht), muss vor Reiseantritt geplant und gekauft werden

 

 

[quote_center]Powder+ Tipp[/quote_center]

Viel hängt vom persönlichen Geschmack ab bei der Nahrungsaufnahme. Powder+ empfiehlt daher für größere Trips eine geschmackliche Probe und ein Probepacken zeitlich deutlich vor Reiseanstritt. Je größer und aufwändiger das Campingprojekt wird und je unerfahrener man ist, desto eher empfiehlt es sich mit Fertignahrung und speziellen Outdoorgerichte zu planen. Bequemer ist das allemal. Ein paar Tafeln Schokolade, ein paar einfach zuzubereitende Lieblingsspeisen und auch mal eine Mokkakanne mit frischgebrühtem Kaffe haben selten geschadet. Der Kalorienbedarf muss gedeckt werden und Reserven eingeplant sein. Im Zweifel lieber noch eine Packung der Lieblingsschokolade oder des Lieblingsgerichts einpacken. Im Zweifelsfalle rettet gutes Essen jeden Campingtrip.

 

 

Offenlegung: Werbung

Dieser Artikel wurde unterstützt durch Produktplatzierungen von www.foodforadventure.de. Die hier vertretene Meinung der Powder+ Redaktion ist und bleibt unbeeinflusst.

1 COMMENT

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here